Bildserie: Span 8

Das Verleimen der Korpusspäne mit Hautleim ist am Anfang nicht ganz einfach, mit der Zeit aber ist es - wie alles andere auch - Routine und macht Spaß.

 Die folgenden Bilderserie zeigt das Verleimen des achten Spanes.

Der Hautleim sollte etwa die Konsistenz von erwärmtem Honig haben, je flüssiger er ist, umso stärker durchdringt er das Holz, je dicker, umso weniger zieht er sich beim Trocknen zusammen. Ich arbeite lieber mit dünnerem Leim, trage ihn aber dafür sehr großzügig auf.

Beim Anpassen des Spanes habe ich jeweils mehrere Bleistiftmarkierungen angebracht, damit der Span immer an derselben Stelle an den Vorderspan gehalten werden kann. Sie helfen auch jetzt beim Verleimen.

Ich beginne immer von links nach rechts, also je nach gerade bearbeiteter Oudhälfte am vorderen oder hinteren Block. Der Leim wird auf den Block und bis über den ersten Querbogen hinaus aufgepinselt und der Span sofort in das “Leimbett”  hineingeschoben.

Ich presse etwa eine halbe Minute lang von Hand, bis der Leim angezogen hat.

Den überschüssigen Leim lasse ich stehen. Dann drücke ich mehrere Reißnägel in den Block und schlage sie mit dem Hammer so ein, daß der Span überall auf dem Block aufliegt und die Fuge dicht ist. Am Bogen fixiere ich den Span mit einem Stahlstift. Ich setze den Nagel erst schräg nach außen an, beim Einschlagen presse ich ihn dann gegen den Span, so entstehe ein ausreichender Preßdruck. Die  kleine Kerbe quillt beim nächsten Leimauftrag wieder auf.

Weiter geht´s mit dem stückweisen Leimauftrag. Das Bild zeigt auch, wie man den Span ein wenig aufkippen und den Leim in die entstehende Spalte laufen lassen kann.

Wieder von Hand pressen.....

und Nagel einschlagen....

Ich trage meistens sogar noch etwas Leim auf die geschlossene Naht auf, der trocknende Leim zieht die Fuge dann sogar ohne Pressdruck von selbst zusammen.

...und das ganze dann wiederholen bis zum Korpusende.

Die Späne müssen nicht unbedingt ganz auf den Querbögen aufliegen, der Abstand sollte nur nicht mehr als ca. 3-4 mm sein und man muß darauf achten, daß er auf beiden Oudseiten ungefähr gleich ist. Kein Oud ist absolut symmetrisch, aber die Abweichungen sollten nicht optisch auffallen und nicht tastbar sein. Wenn eine Fuge nicht ganz so sitzt, wie es sein sollte, kann man mit einer Leimzwinge pressen, allerdings nehme ich die Zwinge nach ein paar Minuten wieder ab, damit keine größere Spannung im Holz zurückbleibt.

Am hinteren Block wieder mit Reißnägeln fixieren, wenn es sein muß (weil der Span doch nicht hundertprozent passend gebogen war) kann mit einer Schraubzwingen nachgeholfen werden.Hier ist die  Leimfläche so groß, daß nicht mit späteren Brüchen zu rechnen ist.

Wenn der Leim geliert ist, aber noch nicht lederhart ist, schabe ich den Überschuß mit einem Skalpellmesser ab. An der Fuge lasse ich aber immer einen Wulst stehen, sonst zieht sich der Leim beim Trocknen nach innen.

Und so schaut das Ganze von Innen aus. Man kann die Qualität der Nähte nach dem Trocknen kontrollieren, imdem man die Form gegen das Licht hält und schaut, ob es irgendwo eine Ritze gibt.  Sollte es aber besser nicht geben..... wenn doch (passiert beim ersten Oud garantiert!!!), nachbessern: Bei längeren Ritzen: Span ab und alles nochmal, bei einzelnen wenigen Stellen: Etwas dünnen Hautleim  aufträufeln und gleichfarbiges Holzmehr darauf streuen, festtupfen und nochmals mit Leim tränken.

Meinen Leimpott stelle ich nach getaner Arbeit kalt, hier auf das Marmorfensterbrett, das erspart zumindest im Winter den Kühlschrank......ein technisch hochkompliziertes Biegeeisen wartet dort schon auf den nächsten Einsatz....

 

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