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Jetzt kommt das Biegeeisen zum Einsatz. (Siehe die Extraseite Biegeeisen!). Das Biegen der Späne mag am Anfang furchtbar arbeitsaufwendig erscheinen, mit der Zeit wird es aber einfacher. Das Hauptproblem besteht darin, das Verhalten des Holzes einschätzen zu lernen. Sehr trockenes Holz ist auch spröder, mürber und bricht schneller. Hier hilft nur ein wenig Wasser und sehr langsames Biegen. Wenn es anfängt, zu knacksen, ist der Span meistens schon verloren. Ich fange immer mit dem hinteren Ende des Spanes an, also dem Teil mit der stärksten Krümung. Es ist sicherer, den Span mit der Außenseite der Biegung gegen das Biegeeisen zu drücken, anstatt ihn um das Biegeeisen “herumzuwickeln”.
So werden die Fasern am stärksten erhitzt, die auch am stärksten gedehnt werden.Aus diesem Grund funktioniert auch das Bügeleisen ideal, der Span wird mit Daumen und den restlichen Fingern wie ein Bogen gespannt und mit der angefeuchteten Stelle dgegen das heiße Eisen (höchste Stufe) gedrückt. Vor jedem Kontakt mit dem Eisen reibe ich ein paar Wassertropfen gleichmäßig auf die jeweils zu biegende Stelle. Solange das Wasser zischend verdampft, noch nicht biegen, der Dampf muß erst das ganze Holz durchdringen. Man spürt genau, wann das Holz anfängt, nachzugeben. Dann mit leichtem, aber kontinuierlichem Druck und wiegenden Bewegungen in die Form biegen und solange halten, bis alles Wasser verdampft ist. Dadurch wird die Biegung sozusagen fixiert. Mit der Formschablone immer wieder kontrollieren, ob der Bogen stimmt. Es ist besser, den Span etwas stärker als zu schwach zu krümen, es soll auf der Form so sitzen, daß die Nahtstellen schon annähernd dicht sind. Es hat keinen Sinn, einen Span auf die Form zu zwingen, das Holz wird immer die Tendenz haben, in seine ursprüngliche Form zurückzukehren. Durch die Schwingungen beim Spielen oder einen unbeabsichtigten Schlag kann der Korpus dann mit den Jahren brechen. Ein Probleme bei den schmalen und dünnen Lautenspänen liegt darin, daß sich die Außenkanten an den starken Krümungen leicht durch die Hitze aufbiegen. Leider genau da, wo später Material abgeschabt werden muß, um den Korpus rund zu kriegen... Man kann dies ein bißchen eindämmen, indem man den Span mit der Außenkante stark gegen das Eisen drückt, bzw. einen aufstehende Rand auf die gleiche Weise wieder herunterbiegt. Das runde Biegeeisen braucht man eigentlich nur für die Spanenden und zum Nacharbeiten, z. B. während man den Span anpaßt, da ist das Bügeleisen etwas zu ungenau. Wenn man den Span von innen biegt (ihn um das Eisen “wickelt”), ist es zumindest bei heiklen Stellen sinnvoll, ihn von außen mit einem Holzklötzchen zu unterstützen. Das vermindert die Bruchgefahr. In jedem Fall muß man bei dieser Biegemethode sehr vorsichtig arbeiten.Insgesamt kommt es beim Biegen darauf an, immer mit dem Holz und nicht dagegen zu arbeiten, sonst wird man mehr Späne biegen, als man verarbeitet.... Ich säge und biege immer 5-6 Späne miteinander. Wenn man gleich alle Späne aussägen will, muß man bedenken, daß bei diesem Modell die Schablone nur für den Mittelspan genau paßt, zum Rand hin verschieben sich die Proportionen am hinteren Ende, da der Punkt, an dem die Spanenden auf dem Block zusammenlaufen, nach oben versetzt ist. Ich berücksichtige dies, indem ich das hintere Ende mit entsprechender Zugabe ausschneide und erst nach dem Biegen anpasse.Auch beim Biegen ergeben sich Veränderungen, das Spanende verläuft leicht nach oben hin. Mehr dazu aber später. Wenn Einlegespäne aus Holz verwendet werden, müssen auch die gebogen werden, was etwas schwierig ist und nur mit gutem Wässern ohne Splittern abläuft. Fiberspäne können kalt gebogen werden, viele feine Mosaikspäne ebenfalls. Nächster Schritt: Das Abrichten und Verleimen des Mittelspans: Wenn der Span zu 90 % in Form gebogen ist, werden die Kanten nochmal mit dem Hobel bearbeitet.
Ich verwende einen kleinen Stanley Flachwinkelhobel. Er hat gegenüber einem normalen Hobel den Vorteil, daß man relativ unabhängig von der Faserrichtung arbeiten kann, wenn man die Hobeltiefe sehr fein einstellt. Trotzdem sollte man natürlich, wenn es geht, immer mit der Faser arbeiten.Der Span wird so über den Hobel geführt, daß er in Längsrichtung überall aufliegt, dadurch erhält die Kante automatisch die richtige Abschrägung.
Für das exakte Abrichten des Spanes verwende ich zwei nebeneinander liegende Schleifpapiere mit 60-er Körnung. Die Kanten der Späne müssen ja wie gesagt eine der Korpusrundung angepaßte Schräge haben. Ich klebe die Schleifpapiere einfach mit der Breitseite aneinander mit dünnem doppelseitigem Klebeband auf die Hobelbank, das ergibt eine wunderbare Schleifbahn.
Der Span wird mit gleichmäßigem Druck (aufpassen, daß die Kanten sich nicht verbiegen!!!) in Längsrichtung darübergeschoben, dadurch schleifen sich die Außenkanten sauber im richtigen Winkel ab. Zur Kontrolle kann mit einem Buntstift eine Linie in die Mitte der Kante gemalt werden, wenn sie überall abgeschliffen ist, paßt´s 1a. Aufpassen muß man vor allem bei den beiden spitzen Enden, sie haben die Tendenz, eine 90 Grad Kante zu bilden, was später als Fuge sichtbar wäre. Wenn der Span auf dem Korpus gut sitzt, das heißt an den Blöcken auf ganzer Fläche aufliegt und zum Längsbogen auch nur einen minimalen Abstand hat, kann er verleimt werden.
Vorher lege ich allerdings wieder eine durchsichtige Folie über die Bögen, damit der Span sich später problemlos von der Form lösen läßt. Manche Lautenbauer schmieren die Form mit Seife als Trennmittel ein, ich halte aber Folie für die sauberere Lösung.
Der Span kann dann mit den Blöcken verleimt werden. Bei Hautleim schadet es nicht, den Leim großzügig aufzutragen. Der Span wird an den Blöcken mit Reißnägeln und auf den Querbögen mit kleinen Messing- oder Stahlstiften fixiert. Die beiden anderen Fotos zeigen die Spanenden auf den beiden Blöcken.
Am hinteren Block habe ich zudem eine Schraubzwinge angesetzt. Normalerweise reichen die Reißnägel aber aus.
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