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Und nun kommt der große Moment: Das Verleimen der Brücke:
Die Brücke muß beim Verleimen gepreßt werden, die Kontraktion des Hautleims beim Trocknen reicht für die enorme Saitenspannung auf die relativ kleine Leimfläche nicht aus. Zum Pressen baue ich eine ganz einfache Konstruktion: Über zwei Kiefer-Kantholzer, die am Griffbrett mit starken Leimzwingen auf einem untergelegten Klötzchen festgeklemmt werden, wird Druck auf die Brücke erzeugt. Die beiden Leisten liegen über dünne Korkstückchen auf zwei Preßklötzchen im tieferen Teil der Brücke auf. Die beiden Preßklötzchen habe ich nach der Abschrägung der Brücke passend geformt.
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Zum Verleimen bestreiche ich zunächst die Unterseite der Brücke mit dünnem Hautleim, den ich aber wieder abwische. Danach trage ich Leim satt auf die markierte Fläche auf der Decke auf und schiebe die Brücke mit kleinen Bewegungen in dieses “Leimbett” an den richtigen Platz. Dies hat die Funktion, den überschüssigen Leim seitlich herauszupressen, bevor er gelieren kann. Dann drücke ich die Brücke von Hand ca. 2 Minuten fest auf, damit sie unter dem Druck der Preßkonstruktion nicht mehr verrutschen kann. Danach kann man in aller Ruhe die Stangen festklemmen und die Preßklötzchen sauber positionieren. Man muß vor allem darauf achten, daß die dünneren Ecken der Brücke fest angepreßt werden, sie stehen gerne auf. Ich tupfe immer noch einen extra Leimtropfen dort auf, der beim Trocknen die Ecken nach unten zieht.
Sobald der ausgetretene Leim geliert ist, schabe ich ihn vorsichtig mit der stumpfen Seite eines Skalpells bis auf einen kleinen Wulst ab. Dies ist sehr wichtig, weil sich der trockene Hautleim nur sehr schwer von der Decke abschleifen läßt, er ist nämlich wesentlich härter als das weiche Fichtenholz, und man würde viel mehr Holz als Leim abtragen.
Nach 3-4 Stunden Preßzeit ist die Brücke fest verleimt. Eigentlich ist der Oud nun so gut wie fertig
... und so schaut unser Oud nun aus, leider etwas perspektivisch verzerrt:
Jetzt fehlen nur noch die kleinen Restarbeiten, wie das Halsband und ein kleines Furnirstückchen zwischen Grifbrett und Herz, der Sattel natürlich und schließlich Politur und Saiten. Das “Halsband” ist ein Furnirstreifen, der am Halsansatz aufgeleimt wird, es hat die Funktion, einen sauberen Abschluß zwischen Korpus und Hals zu schaffen, außerdem verstärkt es die Halsverbindung ein wenig.
Für das Halsband nehme ich zwei schwarze Fiberspäne, die ich nebeneinanderlege. Zum Verleimen lasse ich nach oben viel Überstand, so kann ich mit Klebeband die Späne dicht an den Hals pressen:
Nach dem Trocknen werden sie bündig mit dem Griffbrett abgeschnitten.
In den kleinen Spalt zwischen Griffbrett und Herz setze ich einen feinen Ebenholzfurnierstreifen ein:
Jetzt sieht man noch einen Kontrast, nach dem Feinschliff wird nichts mehr aufffallen:
Zum Schluß säge, schleife und feile ich aus einem Knochenstück (ein Sattelrohling für Gitarren) einen passenden Sattel zurecht. Zuvor muß allerdings die Nut für den Sattel sauber ausgearbeitet werden:
Ich leime ein schwarz gefärbtes Ahornfurnierstück unter den Sattel, schaut nett aus...Der Sattel wird nicht verklebt, nur durch die Saitenspannung gehalten.
Die Abrundung des Sattels soll weich geschwungen verlaufen, seitlich runde ich auch ab.
Die Kerben für die Saitenführung feile ich mit einer Dreikant-Schlüsselfeile ein. Vorsicht, nicht rund bis nach unten feilen, die Saiten dürfen beim Spielen nicht in der Vertiefung fibrieren können, sonst gibt es ein schwirrendes Nebengeräusch. (... aus schlechter Erfahrung wird man klüger....)
Hier noch im Detail nach Aufbringen der Schellackpolitur, es sind schon 3 Saiten aufgezogen. Man kann hier auch die Saitenabstände erkennen:
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